Insekten abwehren - aber wie?

Mittel zur Insektenabwehr nennt man auch Repellentien. Ein Repellent (aus dem lateinischen "repellere" = vertreiben) ist ein Wirkstoff, der von einem Lebewesen, hier Mücke, Fliege oder Zecke, über den Geruchssinn wahrgenommen wird.  Er wird in einer Zubereitung auf die Haut aufgetragen. Dabei wird ein unsichtbarer Duftmantel erzeugt, der den natürlichen Geruch des Menschen überdeckt.  Er verhindert,  dass Mücke, Fliege oder Zecke ihr "Opfer" orten können um dann zu stechen.
Man kann jedem Repellent, abhängig von der Konzentration, eine mittlere Schutzdauer zuordnen, nach der die Wirkstoffkonzentration in der Schutzhülle schwächer wird.  Bei Mücken kann die Schutzdauer 4, 6 oder 8 Stunden betragen. Bei Zecken liegt sie bei max. 4 Stunden. Diese Zeiten sind nur Anhaltspunkte und können durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden.  

Man muss unterscheiden, ob die Anwendung von Repellentien in  gemäßigten Breiten oder in Risikogebieten, d. h. in den Tropen und Subtropen erfolgen soll. Hierzulande können Stechmücken und -fliegen Krankheitserreger übertragen, die sie auf befallenen Plätzen mechanisch aufgenommen haben. Dadurch können Infektionskrankheiten ausgelöst werden, Zecken können schwere Krankheiten, Borreliose und FSME, übertragen.  In Tropen und Subtropen stellen Mücken- und Fliegenstiche durch Übertragung von Bakterien,  Viren und Parasiten ernst zu nehmende Gefahren für die Gesundheit dar, z. B. Malaria, Gelbfieber, Denguefieber.

Die Expositionsprophylaxe, d. h. das Ergreifen von Maßnahmen um Stichen blutsaugender Insekten vorzubeugen, ist in unseren Breiten daher ebenso wichtig wie in Risikogebieten. Bei Risikogruppen,  z .B. Kleinkindern, die nicht mit Repellentien behandelt werden dürfen, müssen  geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden. In Tropen und Subtropen sind vorbeugende Maßnahmen, u. a. mit chemischen Abwehrmitteln ein Muss!

Schutzmaßnahmen ohne Auftragen von chemischen Abwehrmitteln können sein:

Raumschutz:

  • Aufenthalt in geschlossenen Räumen
  • Mückenschutzgitter
  • Moskitoschlafnetz
  • Fliegenklatsche oder ähnliches

Personenschutz:

  • rechtzeitiges Anlegen von heller, dichter, abschließender, aber nicht enger Kleidung (Durchstechgefahr)
  • Kopfbedeckung
  • Selbstinspektion (Zecken)
  • Entfernung möglicher Brutstätten in Wohnungsnähe wie Regentonnen, Wasseransammlungen etc.
Wichtig zu wissen
  • Kein Repellent bietet 100%-igen Schutz.
  • Wirkdauerangaben sind nur Anhaltspunkte.
  • Sprays nicht in geschlossenen Räumen anwenden.
  • Repellent lückenlos auftragen, auch unter dünner Kleidung.
  • Nicht in die Nähe von Augen, Schleimhäuten, Wunden oder verletzter Haut auftragen.
  • Bei versehentlichem Augenkontakt gründlich spülen, evtl. Arzt konsultieren
  • Anwendungsbeschränkungen für Kinder beachten! Sparsam, nicht großflächig auftragen! Gefahr: Reiben, Verschmieren, Ablecken der Zubereitung.
  • Der Schutz ist vermindert bei hoher Luftfeuchtigkeit, hohen Temperaturen, Wind, starkes Schwitzen, nach dem Baden und Duschen. Hier hilft wiederholtes Auftragen.
  • Repellent immer zuletzt auftragen. Mind. 30 Minuten Abstand zu Sonnenschutzmitteln oder Kosmetikprodukten.
  • Repellent abwaschen, wenn Schutz nicht mehr benötigt wird.
  • Repellent immer in Urlaub o. ä. mitnehmen, da in im Ausland erhältliche Insektenschutzmittel  bedenkliche Wirkstoffe und Konzentrationen enthalten sein können.
  • Keine ätherischen Öle für die Insektenabwehr benutzen, da diese allergisierend wirken können, Augen und Schleimhäute reizen und wenig wirksam sind.

 

Folgende Wirkstoffe werden hauptsächlich verwendet:

Vorab: 

  • Bei bekannter allergischer Reaktion auf einen bestimmten Wirkstoff grundsätzlich diesen nicht anwenden!
  • Die hier aufgeführten Wirkstoffe wirken nicht gegen Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen, da diese Insekten einen anderen Geruchssinn haben und sich von diesen Mitteln nicht abschrecken lassen.
  • Die Wirkstoffe helfen prinzipiell auch bei Sandflöhen. Da Sandflöhe im nassen Sand leben und die Präparate in der Regel nicht wasserfest sind, sollten sie wiederholt aufgetragen werden. Außerdem empfiehlt sich im Sand das Tragen von (Bade-)Sandalen, um Stichen von Sandflöhen entgegenzuwirken.

DEET (Diethyltoluamid):

  • Gut erforscht, seit mehr als 50 Jahren angewendet, Wirkung und Sicherheit belegt
  • "Goldstandard der Insektenabwehrstoffe"
  • Wird in einer Konzentration von 10 - 30 %  in Europa angeboten, höhere Konzentrationen bergen ein höheres Nebenwirkungsrisiko.
  • Wirkt gegen tag- und nachtaktive Stechmücken
  • Mittel der Wahl für Aufenthalt in den Tropen, Repellent zur Malariaprophylaxe
  • Wirkt gegen Mücken, Bremsen, Fliegen, Zecken, Flöhe, Milben und Läuse
  • Wird über die Haut aufgenommen, deshalb Vorsicht bei Hautpflegemittel, die die das Eindringen von Wirkstoffen in die Haut erleichtern (z. B. Harnstoff oder Salicylsäure)
  • Greift Kunststoffe und Lacke an (Sonnenbrillen, Handy, Stützstrümpfe etc.).
  • Anwendungshinweise genau beachten, Nebenwirkungen oft durch unsachgemäße Anwendung bedingt.
  • Vorsicht bei Anwendung auf mehr als 20 % der Körperoberfläche und auf dünner oder gereizter (Sonnenbrand!) Haut, da hier mehr Wirkstoff resorbiert wird.
  • Vorsicht in der Nähe von Augen und Nase.
  • Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet. Bei Kleinkindern generell sparsam anwenden. Großflächige und /oder mehrtägige Anwendung vermeiden!
  • Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit anwenden.
  • Generelle Empfehlung von WHO und Schweizer Tropeninstitut. 

Icaridin

  • Wird in Konzentrationen von 10 - 20 % angeboten.
  • Sehr gut hautverträglich, für empfindliche Haut geeignet.
  • Wird kaum resorbiert.
  • Schützt vor heimischen und tropischen Mücken, Fliegen und Zecken
  • Greift Kunstoffe und Lacke n i c h t  an.
  • Für Schwangere und Stillende geeignet. Nicht kurz vor dem Stillen und nicht im Bereich der Brust auftragen. Evtl. vor der Anwendung den Arzt fragen.
  • Für Kinder ab 2 Jahren geeignet. Sparsam und nicht großflächig auftragen.
  • Kombinationen mit Dexpanthenol (zusätzliche Regeneration der Haut) und Citriodiol (besonders guter Schutz  gegen Zecken) möglich.

Citriodiol

  • Wird aus den Blättern des Zitronen-Eukalyptus gewonnen.
  • Ist unter den pflanzlichen Wirkstoffen das wirksamste Mittel.
  • Wirkt gegen Mücken, Fliegen und Zecken.
  • Ist hautverträglich.
  • Keine Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit empfohlen, nicht für Säuglinge geeignet.
  • Geeignet für Kinder ab 1 Jahr, sparsam und nicht großflächig auftragen.
  • Wird in Kombination mit Icaridin für die Zeckenabwehr angeboten.
  • Auftreten von allergischen Reaktionen, vor allem in Kombination mit weiteren ätherischen Ölen möglich.

 

Sie benötigen ein Mittel zur Insektenabwehr? Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl eines geeigneten Präparates. Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne!

Stand: Januar 2018


Quellen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/143452/Insektenschutz-Wie-man-dasStichrisiko-senkt •, https://www.zecken-und-insektenschutz.de • https://www.antibrumm.com/ •  https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1640

 

 

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